….“No more pencils no more books
No more teacher’s dirty looks
Out for summer
Out till fall
We might not come back at all
School’s out forever
School’s out for summer“….

Ihre rubinroten Kopfhörer sanken langsam, glitten über Ihre feuerroten, hüftlangen Haare und blieben, während die letzten Akkorde dumpf verklangen, sanft auf ihren Schultern liegen. Sie schloss die Augen und sog die kalte, klare Luft ein.

Sie hatte es geschafft, Ihr Auftritt war perfekt. Besser als sie es jemals hätte planen können, besser als sie jemals zu hoffen wagte. Die Welt sollte still stehen, wenn auch nur für eine Sekunde, einen kurzen Moment. Und genau das tat sie nun.

Die Sirenen hallten schrill, die Lichter flackerten beinahe rhytmisch und die Menge tobte. Die Musik verstummte endgültig, Ihr Auftritt war zu Ende und ihre Playlist war endlich fertig. In Ihren Augen war es ein voller Erfolg, jeder Song ein wahnsinniges Ereignis. Genaustens kalkuliert, all diese Vorbereitungen zahlten sich nun endlich aus.

Dank Spotify und Co. wusste das Internet binnen weniger Stunden die Reihenfolge der Tracks und deren Titel, denn Sie hatte den Soundtrack öffentlich gestellt, um die Musik, diese Emotionen, mit allen zu teilen die es Interessierte. Youtube, MyVideo und weitere Plattformen dieser Art wurden mit Reuploads überflutet. Das Ganze hatte etwas magisches, anziehendes und strahlte eine unglaubliche Faszination auf junge Menschen aus.

Wie verzaubert, eher schon besessen wurde Ihre Liste binnen der ersten Tage und Wochen rauf und runter gehört. Uralte, beinahe vergessene Songs erlebten eine neue Renaissance und Tantiemen flossen wie Sturzbäche. Sei es die genaue Zusammenstellung, der Inhalt, Ihre Persönlichkeit oder ein Zusammenspiel all dieser Einzelteile. Es triggerte einiges in den Menschen.

Damit hätte nun wirklich keiner gerechnet.

Sehr viele junge Menschen folgten Ihrem Vorbild und erstellten eigene Playlists, oftmals aber nur als eine Neuauflage oder eher Abklatsch Ihrer unerreichten Nummer 1. Man konnte die Ereignisse schon beinahe Trend schimpfen. Auch wenn Sie nur Songs von anderen Künstlern nahm und diese in Ihrer bestimmten Zusammenstellung abspielte. Dennoch schaffte Sie damit etwas, dass unzählige Männer vor Ihr versucht hatten und scheiterten. Ihr ist es gelungen…

Sie würde unvergessen bleiben bis in alle Ewigkeit, egal was alle davon hielten.

Mit Ihrer treffenden Playlist „School’s out – Forever!“ und der inzwischen veröffentlichten, gleichnamigen Compilation CD, ist Sie bei jeder Neuauflage alljährlich in den Nachrichten.

Ihr Name? – Egal.

Das Internet nannte sie einfach nur „DJane“.

 


 

  1. Fuck the World – Tupac Shakur
  2. Pretty Angry – Blues Traveler
  3. No more Mr. Nice Guy – Alice Cooper
  4. I’m Gonna Get Me a Gun – Cat Stevens
  5. Janie’s Got a Gun – Aerosmith
  6. I Hate Boys – Christina Aguilera
  7. Run Joey Run – David Geddes
  8. I Hope You Die – The Bloodhound Gang
  9. Fire your Guns – AC/DC
  10. Shot in the Dark – Ozzy Osbourne
  11. Bang Bang – Nancy Sinatra
  12. Shoot ‚em up Baby – Andy Kim
  13. School’s Out – Alice Cooper
  14. I shot the Sheriff – Eric Clapton
  15. Hit me With your Best Shot – Pat Benatar
  16. Hurt – Johnny Cash
  17. Bullet in the Head – Rage Against the Machine
  18. (Don’t fear) The Reaper – Blue Oyster Cult
  19. Knockin‘ on Heavens Door – Bob Dylan
  20. Endless Sleep – Jody Reynolds