Vor circa einem Monat schrieben mich zwei Bekannte an, ob ich den Lust und Zeit hätte, Ihren gemeinsamen Vortrag zu besuchen und darüber zu berichten. Als ich das Thema erfuhr sagte ich natürlich auch umgehend zu, da es mit meinen persönlichen Kernthemen sehr konform geht und freute mich tierisch über die Einladung.

Am Montag den 20.11.2017 war es nun endlich soweit. Tasche gepackt, Kamera geschultert und ab an den TUM Campus in Straubing. Dort fand der Vortrag im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, kurz KoNaRo, statt.

Stefan Heins und Benjamin Begander, beides Masterstudenten, luden zu Ihrem gemeinsamen Vortrag über Lebensmittel in der Region samt vier Gastrednern ein. Neben Ihren eigenen Informationen gab es passende Vorträge aus der Lebensmittelbranche zu diesem Thema. Stellvertretend für unsere Region erklärten sich folgende Betriebe bereit sich zu diesem Thema zu äußern.

Vor Ort angekommen musste ich kurz suchen bis ich schlussendlich den Eingang, ein wenig versteckt, hinter dem Gebäude fand. Dort sammelten sich auch schon die ersten Besucher, lokal Prominenz, Schirmherren und Verantwortliche. Für die persönliche Begrüßung nahmen sich die beiden noch einmal Zeit, ehe Sie sich wieder um die finalen Vorbereitungen kümmern mussten. Man sah Ihnen die Vorfreude und zugleich Nervosität ein wenig an und so nahm ich gespannt Platz und quatschte noch mit dem einen oder anderen bekannten Gesicht.

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18:04 Uhr es war soweit. Der Raum war richtig gut gefüllt mit beinahe der Maximalbestuhlung die für den Abend vorgesehen war, knapp 150 Gäste. Ansprechspartner, Verantwortliche und Redner machten sich bereit und schon ging es los.

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Benjamin Begander

Den Auftakt machte Benjamin Begander und erzählte uns von Ihrem Projekt, wie es dazu kam und wieso es keine Selbstverständlichkeit mehr ist, natürliche, regionale und vernünftige Produkte in seinem täglichen Mahlzeiten vorzufinden. Von der Reise der jungen Studenten durch die bayerischen Lande und der verzweifelten Suche nach Regionalität und Qualität in Großstädten. Erst in Straubing wurden die beiden dann zum ersten Mal richtig fündig und das nicht zu knapp. Die Kornkammer Bayerns ist ein Paradebeispiel für saubere Produkte aus der Heimat. Regionaler Bezug, Nachhaltigkeit und die Reduzierung des Ökologischen Fussabdrucks sind hier im Fokus, das was Ihnen besonders am Herzen lag.

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Stefan Heins

Nach diesem Einstieg übernahm Stefan Heins die Moderation. Er erklärte in kurzen Geschichten mit wem wir es als nächsten zu tun hätten und wieso man sich für den Betrieb entschieden hatte und schon wurde der erste Gastredner angekündigt.

Prof. Dr. Carl Beckmann vom Gut Eglsee

Gut Eglsee, ein regional bekannter Name der für Tradition, Innovation und Beständigkeit steht. Bereits in der fünften Generation wird hier angebaut, entwickelt und gewirtschaftet. Vor seinem Vortrag nimmt Prof. Dr. Beckmann noch einen, nicht gerade kleinen, Geschenkkorb und überreicht Ihn den beiden Studenten, die den Abend initiiert haben. Dannach beginnt er mit einer tollen Einleitung über rießige Konzerne in der globalen Lebensmittelindustrie und deren Marktanteile. Anhand von zwei anschaulichen Grafiken verdeutlicht er uns wie tief diese in unserem alltäglichen Leben verwurzelt sind und das es für den typischen Konsumenten nahezu keine Möglichkeiten gibt, nicht auf deren Produkte zurück zu greifen. Erschreckend war dann die Aussage das der deutsche Bürger im Schnitt nur 10% seines Einkommens für Lebensmittel ausgegebe, in den Staaten sogar nur 6%. Kein Wunder das Menschen immer zu günstigeren, teilweise ungesünderen, mit Gentechnik veränderten oder unter nicht immer koscheren Bedingungen hergestellten Lebensmitteln greifen. Eine Entwicklung die so nicht unterstützt werden sollte, sage ich und ebenso Prof. Dr. Beckmann.

Dannach folgt ein kurzer Rückblick in die Geschichte seines Unternehmens und deren Entwicklung. Ich spare mir an dieser Stelle die Details, da man das meiste davon auch direkt auf deren Homepage nachlesen könnte. Tut es unbedingt, es ist beeindruckend. Neben der Gründung von einigen Gemeinschaften folgten auch noch Innovationen und Erfindungen wie z.B. 1886 der erste Dampfpflug oder 1938 der erste Claasmähdrescher aber auch die Einführung der Stärkekartoffel für hochwertigen Spiritusalkohol und die Einführung der Zuckerrübe, beides im Jahre 1880.

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit gab es einen Blick in die Gegenwart und einen Ausblick in die unmittelbare Zukunft des Unternehmens. Transparente Landwirtschaft und die Vermarktung von regionalen Produkten stehen ganz weit oben auf der Agenda. Neben Gäubodenzucker und Gut Eglsee Honig wurde uns noch ein mögliches Regionallogo vorgestellt und die Hoffnung, diesen Trend noch weiter ausbauen zu können.

Als nächstes kommen wir vom Anbau direkt zur Verarbeitung. Es sprach

Christoph Kämpf von der Karmeliten Brauerei

Neben den üblichen Informationen zur Brauerei , welche inzwischen über 650 Jahre alt ist, und deren Entwicklung und heutigem Stand, folgten ein paar interessante Informationen zur Größe des Unternehmens. Trotz des, für eine Brauerei, relativ kleinen Unternehmens wird hier ordentlich auf den Putz gehauen. Preise, DLG Auszeichnungen und Qualitätsiegel am laufenden Band.

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Aber das alles ist ja noch nicht sonderlich aussagekräftig im Bezug auf Regionalität oder Nachhaltigkeit. Jetzt wurde es allerdings richtig faszinierend. Mit Hilfe von einigen Folien und eines kurzen Videos erläuterte und erklärte Herr Kämpf uns wie sich die Brauerei in den letzten Jahren verändert hat. Nachhaltigkeit und CO2 Ersparnisse stehen hier auf der Agenda. Aktuell wäre man durch neue Technologien, teilweise auf Basis von früheren Methoden bei über 40% CO2 Ersparnis. Das Ziel ist es in den kommenden Jahren auf über 99,6% zu kommen. Kälte wird gespeichert, erneut genutzt und allgemein versucht man mit den Temperaturen des Wassers so viele Schritte wie möglich abzulaufen, ehe man eigene Energie verwenden muss. Sehr faszinierend und nicht umsonst mit dem Energy Award ausgezeichnet.

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Unser nächster Redner machte sich bereit um sich und das Unternehmen seiner Familie vorzustellen.

Stefan Wenisch, stellvertretend für die Wenisch Metzgerei

Über die Familie Wenisch und Ihr Unternehmen habe ich inzwischen ja das eine oder andere Mal geschrieben. Beim heutigen Vortrag kamen für mich keine neuen Informationen hinzu, was nicht heist das es nicht dennoch unterhaltsam und spannend war. Im Bezug auf den Themenabend ging es insbesondere um den Schwerpunkt Ochsen. Ihre Ochsen werden von Ihnen persönlich auf der eigenen Farm gehalten, nach Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen von guter Tierhaltung. Beeindruckend wie ein solch großes Unternehmen hingeht und sich so um Ihr eigenes Fleisch kümmert. Statt einfach nur alles von externen Schlachthöfen und Metzgerei zu kaufen oder gar auf Massentierhaltung zurück zu greifen wird hier noch selbst mit angepackt. Lobenswert und zurecht als positives Beispiel mit dabei an diesem Abend.

Der letzte Vortrag des Abends wurde vorbereitet und erneut betraten uns bekannte Gesichter die Bühne.

Stefanie und Markus Steinleitner von der Bäckerei Steinleitner

Auch über diese beiden Menschen habe ich in der Vergangenheit des öfteren geschrieben und bis zum heutigen Tage bin ich ein überzeugter Kunde. Auch hier gab es für mich keine Neuigkeiten. Ihre Brote werden frei von Zusätzen gebacken mit Produkten aus der unmittelbaren Umgebung sofern möglich. Das Mehl kommt aus Wolferszell, das Wasser aus der Leitung und das Salz aus Deutschland.

Nachdem der letzte Redner verstummt ist begaben sich Stefan und Benjamin erneut auf die Bühne und nach einer kurzen Danksagung wurde die öffentliche Fragerunde für alle Zuschauer eröffnet. An dieser Stelle muss ich gestehen fand ich es ehrlich gesagt ein wenig hart. Klar öffentliche Runden haben das nun mal so an sich, aber die Art die der eine oder andere Redner hier an den Tag legten ging dann meiner Meinung nach zu weit. Und nur das wir uns richtig verstehen, es ging nicht um den Inhalt der Fragen sondern allein um die Art und Weise wie diese formuliert und gestellt wurden. Da ging es teilweise mehr um persönliche Angriffe als echten Informationsbedarf.

„Ist der Ochse ganz jährlich in den Wenisch Metzgereien erhältlich, oder ist das ganze nur ein Volksfestgag?  – Eine Frage die selbst ich sofort beantworten könnte, ebenso ein jeder Kunde der Metzgerei, der nicht mit Scheuklappen durch die Welt rennt. Selbst eine simple Goolge Suche hätte hier Abhilfe schaffen könnte.

„Betreiben Sie nicht Kundentäuschung mit Ihren Aussagen, ist das nicht Betrug? Vitamin C dient der Haltbarkeit…“ – Im Bezug auf die Aussage von Markus Steinleitner das Ascorbinsäure (Vitamin C) nichts in einem seiner Brote verloren hätte, da das Brot auch so ohne Probleme über eine Woche haltbar wäre und er nichts davon hält unnötige Zusätze, teilweise nicht mal natürlichen Urpsrungs, seinen Produkten hinzuzufügen.

Ich habe die Fragen ein wenig zusammengefasst und vereinfacht und natürlich nur Beispiele genommen. Vor Ort waren die Vorwürfe und die Tonlage noch deutlich härter. Sehr schade, da andere Fragesteller zeigten das man kritische Inhalte auch objektiv erfragen kann. Dennoch blieben alle vier Redner ruhig und antworteten gelassen und souverän auf alles.

Bevor es nun zur finalen Verkostung der mitgebrachten Produkte der einzelnen Erzeuger ging wurde erneut allen Verantwortlichen, Teilnehmern und Gästen für das zahlreiche Erscheinen und Interesse gedankt. Die KoNaRo Verantwortlichen und jeweiligen Säulenleiter: Herr Edmund Langer von C.A.R.M.E.N, Herr Dr. Bernhard Widmann vom TFZ und Herr Volker Sieber vom TUM Campus Straubing. Besonders geholfen und Ansprechpartnerin für die beiden Masterstudenten war Frau Sabine Gmeinwieser, Referentin der Leitung des KoNaRo. Zusätzlich erschienen auch noch der Schirmherr und Landrat Josef Laumer und Schirmherr und Oberbürgermeister von Straubing, Markus Pannermayr.

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Zum Ende der Verantstalung wurden alle Gäste eingeladen sich persönliche von den Prodkuten zu überzeugen und die Kostproben zu genießen. Es gab diverse Biere von der Karmeliten Brauerei, Honig vom Gut Eglsee, Häppchen von der Metzgerei Wenisch und Baguettes und Brot von der Bäckerei Steinleitner. Mit einem freiwilligen Spendenaufruf zugunsten der Straubinger Freiwilligen Feuerwehr verabschiedete man sich vom Publikum. Es kamen übrigens 270,31 € zusammen die inzwischen übergeben worden sind.

Zuletzt bleibt eigentlich nichts weiter zu sagen als herzlichen Dank an Stefan Heins und Benjamin Begander für diesen spannenden Abend, Ihre Mühen und die Umsetzung des Ganzen. Natürlich auch allen Beteiligten die diesen Abend erst ermöglicht hatten. Es war ein informativer, spannender und kurzweiliger Abend.

Ich selbst habe erneut einiges lernen können und bin erfreut über das rege Interesse an solchen Themen. Hoffentlich bleibt es nicht bei einer regionalen Nische, sondern findet Platz im Leben von vielen weiteren Menschen und Konzernen.

Bis die Tage~

Dima