Ich habe viel zu viele Horrorfilme gesehen um zu wissen das es nicht die beste Idee ist in die Tiefen der lokalen Katakomben hinab zu steigen und einen auf Höhlenforscher zu machen. Aber wie auch in diesem Filmen überwiegen die Naivität des unschuldigen Abenteurers und die Neugierde.

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Es sieht weit kleiner aus als es tatsächlich war. Das war schon ein kleines Stück Fussmarsch da unten.

Wir durften in den ehemaligen Bierkeller und Luftschutzbunker des Gasthauses „Sommerkeller“ in Straubing. Was jetzt nicht besonders spektakulär klingt bescherte uns eine einstündige Führung die wir vermutlich alle nicht erwartet hatten. 12-13 Meter unter der Erde in katakombenartigen Gewölbe mit nichts weiter als unseren Handylichtern bewaffnet. Während unsere Gruppe da unten alles erforschte, blieben meine Wenigkeit und Freunde immer ein wenig Abseits des Grüppchens und unterhielten uns über unser gemeinesames Faible, Horrorfilme.

„Ahh, die Mauer da hinten erinnert mich an „Katakomben“, als die Verrückten ihre Rituale dort unten abhielten und sangen und das schwarze Loch dort drüben an „The Hole“. „Könnt ihr euch noch an die kannibalistischen Fledermauswesen aus „The Descent“ erinnern?“…so und noch expliziter gingen unsere Gespräche während wir lachten und unsere Freude hatten, während andere dann angewiedert mit dem Kopf schüttelten oder vor Grauen die Gesichter verzogen. Was gibt es passenderes, als an unpassenden Orten über thematisch passende Horrorfilme zu reden und die möglichen Fehler der Protagonisten zu beurteilen. „Seht Ihr diese zugemauerte Stelle? Wir sollten da ein Loch rein hauen und mal kuken was so dahinter liegt! – Hey, dieser kleine Durchgang mit dem ewigen Dunkel dahinter…wisst Ihr noch wie damals die kleinen Wesen da durch kamen und alles auffraßen, die hatten auch davor gestanden und dumme Witze gerissen…“

„Änlich wie wir jetzt…“

„Oh~“

Zu diesem Thema erzähle ich euch mehr im entsprechenden Bericht zum Gruppentreffen.

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„Der Fahrstuhl da oben schaut sicher aus~“

Gestern, also am 02.11. fand unsere Buchvorstellung mit allem drum und dran statt. Genaueres dazu erzähle ich euch ebenso die Tage, benötige diese Grundinfo aber für die kommende Geschichte. Meine Frau zwang mich dazu mit Anzug rum zu laufen, für mich eher untypisch aber im Prinzip hatte sie ja Recht. Das bedeutet für mich das ich keinen Platz in meinen Hosentaschen hatte und meine Schlüssel, Geldbeutel und den ganzen Krempel eben auslagern musste. Einen Teil davon habe ich ganz praktisch in meinem Jacket verstauen können, den Rest ließ ich im Auto oder wo es mir gerade einfiel. Nun, nach der Vorstellung und gegen Ende des Abends machten sich langsam alle auf den Heimweg und verstauten Ihre Sachen. Als einer der letzten packte ich alles ein und ging zur Tiefgarage um einzuladen.

~“Wo war noch mal der blöde Schlüssel…linke Tasche? Nein. Rechte Tasche? Nein…innen Tasche? Hmmm… auch nicht. Seltsam.“ – Also suchte ich mich langsam durch meinen Besitz, aber vergeblich.“Verdammt!“, dachte ich, aber gleichzeitig war es mir egal, da ich müde war und heim wollte. Also rief ich meine Frau an, die noch in der Nähe war und den Zwerg von der Oma einsammelte und ließ mich mitnehmen. Ein Besuch bei der Oma bedeutet in der Regel immer eines für den Kleinen, viel zu viel zu Essen. So gesehen nicht sonderlich dramatisch. Wenn meine Schwester und Ihre Tochter auch noch da sind dann heisst es viel zu viel zu Essen und das alles durcheinander und egal in welcher Kombination. Milchreis und Essiggurken, Weintrauben und Reis, Kekse und belegte Brote hinterher. Ihr könnt euch vorstellen das es keine lange oder gar entspannende Nacht war.  Immer wieder wurden wir vom Mini geweckt, weil er Blähungen und Bauchschmerzen hatte.

Am nächsten Tag erfuhr ich von meiner Frau, das Ihr der Ersatzschlüssel vom Schlüsselbrettchen gefallen ist und im Recyclingmüll gelandet ist, welcher zu diesem Zeitpunkt direkt darunter stand. Selbigem der nun hinten in meinem Auto tütenweise lag, da ich Ihn am Vortag schon wegfahren wollte. Verdammt! Also zurück zur Tiefgarage, in der Hoffnung das jemand den anderen gefunden und hinterlegt hat. Leider nicht.

Wie gut das der Kofferraum vom Auto sich öffnen ließ. Sprich ich hatte Zugang zum Fahrzeug…nur keinen Schlüssel zum losfahren. Während im Hotel nach meinem Schlüssel vergeblich gesucht wurde, stand ich ewig in der Tiefgarage über dem Kofferaum gebeugt und wühlte in meinem Müll, leerte Ihn aus, sortierte Ihn neu, nach Größe, Farbe und Material in der Hoffnung den anderen Schlüssel zu finden.

Vergebens.

Niedergeschlagen ließ ich mich erneut abholen und so langsam verfinsterte sich meine Laune. Solch ein dämlicher Tag. Ich war todmüde, erfolglos und hungrig. Auf dem Heimweg erzählte mir meine Frau wie sie vor kurzem gelesen hatte, dass man Dinge immer an die selben Orte hinterlegt um es dem Gehirn zu erleichtern. Gewohnheit eben. Sollte es mal nicht der Fall sein, aus welchen Gründen auch immer, sagt man es sich um es keinesfalls zu vergessen. Da aber die Grundkonfiguration des Gehirns noch aktiv ist, reicht die kleinste Ablenkung um den neuen Ort mit dem Standardort zu überschreiben. Daher weis man gar nicht mehr das man den verlegt hatte, da man es anders in Erinnerung hat. Tolle Weisheiten…nur bringen die mir nichts, da ich alles bereits abgesucht hatte.

Daheim angekommen gingen wir alle erstmal eine Runde schlafen. Es geht doch nichts über einen schönen Mittagsschlaf nach solch einer Nacht. Spät Nachmittags ging ich erneut alle meine Sachen durch, einfach nur um 100% Gewissheit zu haben das ein Fehler meinerseits auszuschließen ist. Die nervige Geschichte meiner Frau ließ mir einfach keine Ruhe. Aber erneut das selbe Ergebnis. Nichts.

Genervt ging ich zu meiner Kameratasche um ein 10. Mal zu suchen…und blieb stehen…ich hatte die Tasche umgehängt und bin zum Fahrstuhl gegangen. Normalerweise würde ich den Autoschlüssel in meine Hosentasche packen, ging aber nicht aus Platzmangel. Also steckte ich ihn in die Jackettasche, dachte ich.

Nein! Wie in einem Film sah ich mich selbst gehen, Kamerafahrt auf meine Hand mit dem Schlüssel und ich steckte diese in mein Jacket, nahm sie aber gleich wieder raus, da es eine doofe Beule verursachte und das doof aus sah. Automatisch fuhr ich zur kleinsten Seitentasche meiner Kameratasche, die ich vorher in meinem Leben noch nie benutzt hatte und stopfte den Autoschlüssel da rein. Ich wollte Ihn ja nicht verlieren und diese konnte ich zumachen.

Wie in Trance ging ich zurück zum Tisch, ging zur Kameratasche und öffnete diesen magischen kleinen Reisverschluss, den ich heute gefühlt das erste Mal in meinem Leben erblickte.

DA WAR ER! Die Ganze Zeit über war der Schlüssel in dieser Tasche. Fuck, war ich erleichtert.

~ Morgen kann ich in aller Ruhe nun nach dem Ersatzschlüssel suchen. Für heute habe ich genug geleistet.

Danke für eure Aufmerksamkeit und ich hoffe ich konnte euch auch dieses Mal ein klein wenig unterhalten.

Bis die Tage~

Dima