Wieder einmal dieses seltsame, weit entfernte, Bundesland: Baden-Württemberg. Wenn die Fahrt und der Dialekt nicht wären könnte ich mich sogar damit anfreunden. Wobei so schlimm war es dann doch nicht. Eine weitere Schulungsrunde, dieses mal im

Schloss Haigerloch

Sonderziel: Schloss Haigerloch, »Schlossfeld«, »Schlossstraße«
oder »Paul-Eberhard-Schwenk-Straße«

72401 Haigerloch

Tel: 07474 693-0

https://www.schloss-haigerloch.de

Dieses Mal waren wir sogar 25 Personen und kehrten ein in diesem wahrlich imposanten Ort. Wieder zwei Nächte und reichlich Essen. Auch dieses Mal sind die meisten Speisen mit dem Handy fotografiert worden, ich denke es reicht für um einen kleinen Eindruck zu kriegen. Ansonsten werde ich auch hier, denke ich, ein wenig ausschweifen um den vollen Umfang schildern zu können. Also solltet Ihr nur wegen den Fotos da sein, wie immer am Ende der Seite. Allen anderen wünsche ich viel Spaß bei dieser Wall of Text.

Achja, wie auch beim letzten Mal wird nur das Restaurant bewertet, wobei ich sicherlich das eine oder andere Detail des Schlosses hinzufügen werde.

Punktevergabe:

  • Ambiente:

Ja…es ist ein Schloss…kein klassisches Märchenschloss mit Türmchen und Erkern. Aber es ist ein schloss. Uralte Gemäuer aus solidem Stein erbaut. Wobei ich mir nicht sicher war wo die Baut began und der Felsen aufhörte. Sehr schön um es kurz zu machen. Kleiner Schlossgarten mit entspannendem Spiel- und Entspannungsbereich und eine schöne Außenanlage bei der man von Grün und Birnenbäumen, welche kunstvoll an der Mauer entlang ranken dürfen und reichlich Früchte trugen, umgeben war. Imposant! Innen war es ein wenig edler angehaucht und man saß in einem gemütlichem, leicht festlichem Gastraum mit kleiner Bar. Insgesamt wüsste ich nicht wo ich was abziehen sollte und ich würde es sogar als Unverschämt empfinden wenn ich es täte. Volle 4 Punkte! ****

Noch ein Sternchen für die Lage und das Ambiente und ein weiteres Sternchen für mein mega cooles Zimmer. Kurze Anekdote: Die Leute die mich persönlich kennen, wissen ja das ich nicht zu den kleinsten Menschen gehöre (knapp 2m). Als wir an der Rezeption standen und uns unsere Zimmerschlüssel geben ließen und mein Name fiel, schaute die Dame an der Rezeption auf einmal ein wenig beschämt und erschrocken. „Ohje, wenn wir das gewusst hätten, hätten wir Ihnen ein anderes Zimmer gegeben.“ Ich dachte mir nur ok…? Daraufhin Sie: „Sie haben das Romantik-Zimmer zugewiesen bekommen. Das ist leider ein wenig niedriger.“ „Ahh, nicht so schlimm,“ sagte ich und freute mich auf meinen Raum. Knapp gesagt…, knapp ist das richtige Wort an dieser Stelle, ich fühlte mich wie Gandalf im Beutlin Haus. Es fehlte wirklich nur noch das Frodo und Sam durch die Tür kommen und mir von Ihren Abenteuern berichten. Es war MEGA! der Eingangsbereich (ah ich vergaß das es ein seperates Häuschen war und nicht direkt im Schloss war) ging mir nicht einmal bis zur Schulter. Stellt es euch einfach mal vor 🙂 . Also der Türrahmen liegt knapp  auf Achselhöhe. Im Raum selber wirkt es ein wenig Gewölbeartig mit einer kleinen Kuppel im Raum, in der ich natürlich aufrecht stehen konnte mit ein wenig Luft nach oben. Ich fühlte mich pudelwohl. Ein wirklich toller Raum. Solltet Ihr die Möglichkeit bekommen, defintiv meine Empfehlung! Man fühlte sich sehr geborgen. Aber ich schweife jetzt bereits viel zu sehr ab, lasst uns mal weiter machen mit dem nächsten Punkt.

  • Auswahl / Kartengröße / Design:

Die Auswahl beschränkte sich auf circa zwei Din A4 Seiten inklusive Vorspeisen. Desweiteren gab es noch einen Mehrgängemenüvorschlag. Defintiv ausreichend. Die richtige Karte habe ich leider nie zu Gesicht bekommen und kann diese dementsprechend nicht mit in die Bewertung mit einfließen lassen. Aber die Getränkekarte sah ansprechend aus. Edler dunkler Einband, saubere Verarbeitung. Ich würde hier knackige 3 von 3 Punkten geben.

  • Bedienung / Service:

Die Bedienung hier, egal welche, war jedesmal extrem freundlich. Also Hut ab, top geschultes Personal. Leider hatten wir hier am ersten Abend sehr lange Wartezeiten bei Getränkebestellungen. Stellenweise 15 Minuten bei 4 oder 5 Personen im Service geht gar nicht. Ich meine Sie wussten ja das Ihre Getränke nur 0,33l Fläschchen sind und man da öfters mal laufen muss. Da sie ebenso ein Tagungshotel sind sollte so etwas in der Regel nicht vorkommen. Ansonsten gibt es wirklich nichts anzukreiden. Sonderwünsche wurden berücksichtigt und bei Regen wurden Schirme gereicht und man bewirtete, trotz kleiner Laufstrecke im Regen die Gäste die lieber drausen unter den Schirmen blieben. Ich ziehe den Punkt extrem ungern ab, aber leider war die Wartezeit am ersten Abend zu hoch. 2 von 3 Punkten.

  • Komposition des Gerichts / Aussehen:

Auch hier gibt es keine Kritik meinerseits. Alle Speisen die uns serviert worden sind sahen anregend aus. Die eine mehr die andere ein bisschen weniger. Insgesamt spielt das hier aber schon auf einem höherem Level. Da kann ich jetzt sehr viel dazu sagen oder euch einfach zu den Fotos verweisen. Ich denke das ist sinnvoller. Positiv anmerken kann man das die Speisen trotz vieler Portionen ziemlich identisch aussahen. Auch ein kleines Kunststück wie wir feststellen durften. Volle 3 Punkte.

  • Geschmack:

Auch dieses Mal lasse ich die Bewertung der anderen Anwesenden ein wenig mit einfließen, so richtig abweichen tut sie eh nicht. Im Großen und Ganzen waren wir uns alle ziemlich einig. Es war ziemlich lecker. Aber kommen wir doch zu den einzelnen Punkten und Speisen. Tomate-Mozarella mit Parmaschinken auf Rucola und einem Hauch Pesto. Sehr lecker. Ein wirklich toller Start der einem Lust auf mehr machte. Für meinen Geschmack hätte ich gerne noch einen zweiten Schinkenstreifen gehabt, sonst Top. Als Hauptspeise gab es Schweinchen mit Gemüse, Kartoffelstampf und Maultausche. Ich hatte es nur probiert und muss sagen die Maultasche war gigantisch von den Aromen. Auch vom Biss und der Nudel selbst, Hut ab. Ich selbst hatte Fisch mit Shrimps in zwei verschiedenen Saucen, knackigem Gemüse und Kartoffelbrei. Ein leckeres Gericht bei dem defintiv einiges vor sich ging. Kommen wir zum ersten Abendmenü. Als Vorspeise gab es ein Rinder-Pfeffersüppchen. Sehr interessante Noten und ziemlich tief im Geschmack. Imposant. Der Hauptgang bestand einmal aus Tafelspitz mit Kroketten und Bohnen welcher ziemlich lecker gewesen sein muss. Mir war er einen Hauch zu trocken, da ich aber nur probierte kann es auch an dem Stück gelegen haben. Der Rest hatte sich für den Lachs mit Kräuterreis, jungem Gemüse und Safransoße entschieden. Ein sehr leichtes und lockeres Gericht welches ebenso überzeugte. Allerdings mussten beide Hauptgerichte des Abendessens nachgewürzt werden, da diese doch sehr lasch waren. Naja mit ein wenig mehr Salz und ein bisschen Pfeffer ließ sich das ebenso leicht beheben. Die Nachspeise war eine klassische Crème brûlée. Knackig, fluffig, milde Süße – sehr angenehm. So würde ich den Nachtisch beschreiben. Man dürfte wissen was gemeint ist.

Kommen wir zum zweiten Tag. Bei einem sehr gutem Frühstücksbuffet (wobei die erste Ladung Rührei wirklich noch rührfähig war, sprich die hätte noch eine Minute länger auf dem Feuer vertragen) gab es nicht nur die Klassiker sondern auch besondere Kleinigkeiten, wie z.B. die Dill-Senf-Soße zum Lachs. Eine tolle Harmonie und absolut stimmig. Schön herzhafter Dijon Senf mit frischen Kräutern. Hat Spass gemacht so in den Tag zu starten. Mittags gab es dann zur Vorspeise eine herrliche Gazpacho. Aromatisch, erfrischend genau richtig. Gemüse sehr fein geschnitten, sodass man immer einen knackigen Biss hatte ohne richtig kauen zu müssen. Feine Sache die wirklich mundete. Der Hauptgang bestand einmal aus Schnitzel mit Kartoffel-Gurkensalat und einer Sauce Tartar. Mir wurde gesagt das es schmeckte und ebenso ziemlich erfrischend war. Leckere Panade beim Schnitzel. Ich hatte auch dieses Mal das Fischgericht und das war eine perfekte Entscheidung. Es gab Tagliatelle mit Meeresfisch und Gemüsestreifen in Sahnesauce. Das Gericht war extrem aromatisch, ohne dabei aufdringlich zu sein. Der Fisch war perfekt, um es kurz zu machen, der mit Abstand beste Fisch den ich bisher hatte lag auf meinem Teller. Lachs butterweich und eine weitere Fischart die ich bisher nicht kannte (ich Trottel vergaß zu fragen was für einer genau es war, Mist! Der weiß-rötliche der ein wenig aussieht wie eine Tintenfischtube wenn man seitlich draufschaut, aber voll mit leckerem und festem weißem Fleisch ist…?) stahlen allen anderen Speisen den kompletten Glanz. Defintiv eine Meisterleistung. Die Nachspeise war ein leckeres Beerensorbet in einem Beeren-Sektsüppchen mit frischen Brombeeren. Passend zum Theme des Essens, sehr erfrischend und passte gut zu dem warmen Wetter. Persönlich würde ich im Nachhinein irgendwo zwischen 8 und 9 Punkten liegen. 8 für den Vortag und 9 für den zweiten. Meine Kollegen lagen bei 7-9 Punkten. Somit kommen wir auf einen Durschnittswert von 8 von 10 Punkten. Sehr gute Leistung!

  • Menge / Preis – Leistung:

Hier wird es nun ein wenig schwerer objektiv zu bewerten. Die Speisen waren qualitativ und handwerklich definitiv Ihr Geld wert, wobei noch ein wenig der Schlossfaktor in die Rechnung mit einfließt. So haben wir Hauptspeisen ab 20,- € Desserts, Vorspeisen und Suppen ab 10,- €. Also man sollte ein bisschen Geld locker sitzen haben um hier schön essen zu gehen. In meinen Augen lohnt es sich dennoch. Als guter Esser und Genießer sollte man das komplette Menüaufgebot nutzen. Für die Damenwelt empfiehlt es sich die Vor- oder Nachspeise weg zu lassen. Wenn ich vergleiche mit richtig guten regionalen Restaurants dann springt der Preis defintiv aus der Reihe und daher 2 von 4 Punkten.

  • Würde ich wiederkommen?

Bei diesem Punkt gehen wir ja immer davon aus das das Schloss bei mir um die Ecke liegen würde. In diesem Falle würde meine Antwort ja lauten, defintiv. Es wird nur einmal oder zweimal im Jahr passieren, da es doch nicht gerade günstig ist und ich mich nur auf die tollen Fischgerichte stürzen würde. Ich würde es sogar weiter empfehlen und jedem ans Herz legen es wenigstens einmal zu testen. Volle 3 Punkte!

Specials gibt es und zwar einmal mehr Gänge Menüvorschläge und eine vergünstigste Sonntagskarte, welche gezielt für Touristen und Sonntagsbesucher ist.

Unser Fazit:

Mit 25 von 30 möglichen Punkten (und die Ambiente Sternchen ****) liegt das Schloss ziemlich weit vorne mit den Punkten und das, in meinen Augen, mehr als verdient. Es war ein tolles Erlebnis und mein Zimmer war ein kleiner! Traum. Aber das wurde ja nur am Rande erwähnt. Die Speisen lagen zwischen gut bis herausragend und konnten defintiv überzeugen. Man muss aber auch bereit sein dafür ein wenig mehr zu zahlen. Insgesamt sollte man es unbedingt einmal probieren und sich selbst davon überzeugen. In der Realität sind natürlich die Menschen aus Baden-Württemberg gemeint oder Menschen die gerne auf Burgbesichtigungen fahren.

Achja, noch eine kleine Anekdote am Rande…wer meinen (morgigen) Wochenrückblick liest wird verstehen wieso das so witzig / traurig ist. Im Hauptgebäude ist anscheinend eine Leitung gerissen und hat dementsprechend ein Zimmer geflutet und ein weiteres darunter ein wenig befeuchtet. Gut das ich im Nebengebäude davon nicht betroffen war.

Somit hat es sich vorerst mit weiteren Ausflügen in die Ferne und ich hoffe euch hat dieser Bericht auch ein wenig gefallen. Auch wenn er wieder ein bisschen länger geworden ist, so habe ich dennoch versucht mich kürzer zu halten. Und zum Ende meine Abschlußworte wie immer. Danke für eure Zeit, fürs lesen, teilen und vor allem für euer Feedback. Bis zum nächsten Bericht und bis die Tage~

Dima