Endlich mal was ganz neues. Nach zig Biergärten, Burgern und Pizzen mal was anderes. Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe das bisher aufgezählte sehr, doch manchmal will man einfach noch ein wenig exotischer speisen. Wir packten unsere Koffer und machten uns auf die lange und beschwerliche Reise in die Straubinger Innenstadt… 😉

Wir waren diesmal indisch essen im

Restaurant Ganesha

Landshuter Straße 23

94315 Straubing

Tel: 09421 / 97 42 718

Web: http://www.ganesha-straubing.de/

Schöne Karaffen für unsere Schorlen. Die Mangoschorle war ausergewöhnlich lecker.
Schöne Karaffen für unsere Schorlen. Die Mangoschorle war ausergewöhnlich lecker

Wir besuchten zu dritt die Lokalität und vergriffen uns an der Mittagskarte. Seit Jahren schon in Straubing (und Regensburg) angesiedelt, doch leider fehlt mir die Zeit / Leute / Muse da öfters reinzugehen. Obwohl ich sollte! Leider erst unser dritter Besuch in all den Jahren. Gut das andere nicht so sind wie wir, es waren nämlich circa 5 – 6 Tische zusätzlich besetzt. Die Fotos zu unseren leckeren Speisen findet Ihr wie immer am Ende des Artikels.

Punktevergabe:

  • Ambiente:

Das Ganesha fängt hier bereits sehr stark an. Es ist wie eine kleine Welt in sich geschlossen sobald man sitzt. Die Kombination zwischen roten Stoffen und hellbraunem Holzverkleidungen finde ich sehr schön. Man war nicht mehr im herbstlichen Straubing, sondern in einer kleinen, warmen und beschaulichen orientalischen Welt in der es interessant duftet und leicht schummrig, dennoch aber hell ist. Wir waren perfekt in dieser kleinen, verspielten Gedankenwelt abgetaucht, daher ohne weitere Ausschweifungen volle 4 Punkte!

  • Auswahl / Kartengröße / Design:

Da wir ja von der Mittagskarte aßen, war diese selbstverständlich ein wenig abgespeckt, hatte aber dennoch reichlich Auswahl. Von vegetarisch bis Fleisch und Fisch war alles da. (Vegan ist ebenso möglich) Wir schauten noch in der regulären Abendkarte und diese bot gleich nochmal wesentlich mehr. Aber nur indische Spezialitäten, so dass es nicht zuviel war, sondern alles auf einander basierte / bzw. aus ähnlichen Komponenten oder Soßen bestand. So hat man sehr viel Auswahl und zugleich wenige Produktkategorien. Die Karten waren hübsch und wertig, natürlich indisch angehaucht. 3 von 3 Punkten

  • Bedienung / Service:

Wir wurden von zwei Personen bedient, einmal einer netten jungen türkischen Dame die freundlich, aufmerksam und ziemlich flippig war und einem ruhigem, netten, indischem Herren. Beide machten ihre Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit. Wir wollten ursprünglich das Gutscheinbuch benutzen, wurden aber darauf hingewiesen das das zur Mittagskarte nicht möglich sei. Dumm von mir, war ja logisch. Uns wurde angeboten von der Abendkarte zu bestellen, ein wenig kostspieliger, dafür selbstverständlich mit Gutscheinbuch. Wir lehnten danken ab, packten es weg und bestellten regulär von der Mittagskarte. Sehr unterhaltsam war für uns der Moment als ich die Speisen die uns serviert worden sind umstellte für ein paar Aufnahmen und kaum war ich fertig, kam auf einmal der Herr und stellte die Speisen hin wie sie serviert gehören. Alles muss an seinem festen Platz sein. Reis in die Mitte, Beilage rechts überm Teller. Wir waren einerseits ein wenig erstaunt das der einfach unsere Speisen umstellt, anderer seits fanden wir das so witzig mit wieviel Herzblut der Herr das machte, dass wir den Vorfall  als amüsant abstempelten. Schließlich meinte er es ja gut mit uns. Reisnachschlag geht auf’s Haus, ebenso wie der Abschluß Chai (Teegetränk). In unseren Augen ein vorbildhafter Service. Volle 3 Punkte!

  • Komposition des Gerichts / Aussehen:

Die Gerichte sahen gut bis sehr gut aus. Sehr schön das diese mit viele Liebe und in den interessantesten Behältnissen serviert wurden. Reis in einer länglichen Tonschüssel mit kleinem Gewürzherz, die Soßen und das Fleisch in kleinen Schälchen mit schönen Löffeln, oder in Pfannen die noch knistern und brutzeln wenn diese am Tisch serviert werden. Der Salat und die Suppe waren die einzigen Gerichte die regulär aussahen. Es hat uns alle sehr angesprochen…unglaublich aber wieder volle 3 Punkte.

  • Geschmack:

Geschmack ist ein schwieriges Thema und wie immer subjektiv! In meinen drei Besuchen hatte ich jedesmal was leckeres, habe aber auch schon bei anderen Leuten gekostet und war nicht jedesmal so davon überzeugt, da doch sehr viele orientalsiche Gewürze hergenommen werden die mir nicht alle munden. Doch das nur als Vorwort denn dieses Mal hatten wir nicht eine Speise auf dem Tisch die nicht fantastisch schmeckte. Unser Freund hatte Kashmiri Chicken, (zartes Hühnerfleisch in Kokosmilch-Safransoße mit getrockneten Früchten) eine wahnsinnig gute Komposition. Es war süß und herzhaft zugleich aber immer mild. Das machte es so leicht und bekömmlich. Meine Frau hatte One Two Ka Four, (Hühnerfleisch aus 4 verschiedenen Marinaden mit Gemüse und Salat aus dem Lehmofen) ein sehr gutes Gericht um sich ein wenig an die verschiedenen Geschmacksrichtungen heran zu tasten. Man kriegt von allem ein wenig was und kann dann künftig seinen Favoriten wählen (meiner war das rote, ich glaube Chicken Tikka). Ich selbst hatte Mutton do Pyjaja (Lammfleisch mit Tomaten und Zwiebeln in Joghurtsauce). Ich liebe dieses Gericht. Es ist herzhaft und säuerlich. In Kombination mit dem wunderbarem Reis ein Traum. Das Fleisch ist wunderbar zart, leider hatte ich ein Stück das sehr flachsig war. Nicht weiter schlimm. Zum Mittagsmenü gibt es eine Suppe oder Salat als Vorspeise dazu. Die Suppe war in Ordnung, eine gute Suppe eben. Aber der Salat, sehr geil. Krautsalat mit leichtem Joghurtdressing. Süßlich und sehr schmackhaft. Ich persönlich hab grad in Gedanken daran ein wenig gesabbert…. Insgesamt waren wir von A bis Z sehr zufrieden. Wenn man mit den Gewürzen klarkommt (oder wie ich, weis welche Gerichte nicht zu heftig gewürzt sind) wird man seine Freude an diesen Speisen haben. Wir selbst waren mehr als zufrieden und obwohl wir alle satt waren hatte keiner von uns das unangenehme Völlegefühl das man oft nach einem gutem Essen hat und obwohl wir nicht mehr konnten, hätten wir gerne noch eine Kleinigkeit bestellt. Achja die Vorspeisen. Bathura ware einmal ein in Öl ausgebackener Hefeteig. Sehr würzig und ölig, aber nicht fettig oder unangenehm im Geschmack. Sehr gut zum nebenbei essen oder mit ein wenig Soße. Papad waren krosse Linsenwaffeln mit drei verschiedenen Soßen (Minze, eine Art indisches BBQ? und eine pikante, leicht scharfe). Jeder von uns 3 hatte seinen eigenen Favoriten und so kam sich niemand in die Quere beim verputzen. Diesmal gibt es verdiente 9 von 10 Punkten.

  • Menge / Preis – Leistung:

Wir waren zur Mittagszeit da und ich muss sagen es gilt die Faustregel, bei großem Hunger mit kleiner Vorspeise oder Beilage sollte jeder satt werden. Wie das bei der Abendkarte aussieht kann ich nicht beurteilen. Die Preise sind Mittags ausgezeichnet (zwischen 6 und 10 Euro). Zur Abendkarte steigen diese auf 8 bis 16 Euro. Insgesamt kriegt man sehr viel für wenig Geld. Wie es Abends aussieht weis ich leider nicht. 3 von 4 Punkten.

  • Würde ich wiederkommen?

Ich glaube das die meisten von euch diese Antwort aus dem bisherigem Kontext erahnen dürften. Natürlich, gerne sogar. Wir hatten reichlich gute Unterhaltung und obwohl wir nur zu dritt waren hatten wir ohne Ende Spaß. Das Essen hat sehr gut gemundet und lag nicht schwer im Magen. Ich kann vermutlich nicht mit jedem hierher kommen, da doch der eine oder andere ein Problem mit Kadamom, Nelken oder Ingwer hat, aber das ist deren Problem würde ich sagen. Uns hat es geschmeckt, der Laden ist schön und das Personal ist freundlich. Was soll ich bitte abziehen? Volle 3 Punkte.

Specials…ja es gibt eine Mittagskarte, sonst wüsste ich nichts.

Unser Fazit:

28 von 30 Punkten!

Wir haben eine verdammt hohe Punktezahl erreicht, sogar die höchste bisher. Ganz ehrlich? Als wir auf dem Weg dorthin waren, und ich im Kopf schon einiges durchging von den letzten Besuchen wäre ich irgendwo im niedrigen bis mittleren 20er Bereich gelandet. Aber so sehr hat mich meine Erinnerung getrübt, bzw. dieses Mal war es einfach fantastisch. Wenn man ehrlich ist ist das hier keine aufwendige 5 Gänge Menü Küche mit verspielten Details, noch kreativerem Dekor und ganz ausergewöhnlichen Kombinationen. Es ist einfach und zugleich ausergewöhnlich….zumindest für uns. Geschmeckt hat es gigantisch und deswegen eine absolute Empfehlung von mir. Solltet ihr kein Problem mit starken Gewürzen und einem sonderlichen, aber dafür umso freundlicherem Sevice haben 😉 dann schaut einfach mal rein.

Diesmal denke ich selbst einen Tag später noch über die einzelnen Gerichte nach und versuche sie beim schreiben nochmal in Gedanken aufzurufen und auf der Zunge nochmal zu schmecken. Das passiert nicht oft und daher freut es mich wirklich das nicht nur das Essen gut war. Ich freue mich wie jedesmal über jegliches Feedback und bin sehr gespannt wo es als nächstes hingehen wird.

Bis die Tage~

Dima

P.S.: Genaueres zur Bewertung hier im Eingangspost von mir.

Ganesha1
Papad – krosse Linsenwaffeln mit drei verschiedenen Soßen
Ganesha2
Vorspeisenkrautsalat – süßlich und wahnsinnig lecker
Ganesha3
Vorspeisensuppe
Ganesha10
Bathura – einmal ein in Öl ausgebackener Hefeteig
Ganesha5
Reis für alle am Tisch, Nachschlag war gratis!
Ganesha6
Mutton do Pyjaja (Lammfleisch mit Tomaten und Zwiebeln in Joghurtsauce) – köstlich
Ganesha7
One Two Ka Four, (Hühnerfleisch aus 4 verschiedenen Marinaden mit Gemüse und Salat aus dem Lehmofen) – vorallem das rote Stück (Tikka) sehr geil!
Ganesha8
Noch einmal als ganze Aufnahme mit Reis und Soße (Mandelsafran oder Safrankokosmilch mit getrockneten Früchten, irgendwo in diese Richtung geschmacklich)
Ganesha9
Kashmiri Chicken, (zartes Hühnerfleisch in Kokosmilch-Safransoße mit getrockneten Früchten) – eine zarte süße die mit dem Herzhaften spielt